Was geschieht eigentlich in der tiefenpsychologisch fundierten bzw. analytischen Psychotherapie?

HafenLangfristig hat die gelungene Psychotherapie sehr angenehme Nebenwirkungen: Stabilisierung des Selbstwertgefühls, Verbesserung von Selbstwahrnehmung und Selbststeuerung, Erweiterung der Verständigungsmöglichkeiten (z.B. Kontakt, Mitteilen, Verstehen, wenn es um die Gefühle meines Gegenübers geht), verbesserte Fähigkeit, Bindungen einzugehen und zu erhalten (Liebesfähigkeit), Stabilisierung der allgemeinen Arbeitsfähigkeit, Zunahme der gefühlten Lebendigkeit und Lebensfreude.

Psychotherapeutische Verfahren berühren (allerdings in unterschiedlicher Intensität) höchst persönliche und intime Themen. Da besteht bei der Durchführung der Psychotherapie grundsätzlich auch das Risiko einer (in der Regel vorübergehenden) Verschlechterung der Befindlichkeit. Während einer Psychotherapie werden innerseelische Vorgänge und Gefühle intensiver erlebt, und man nimmt insgesamt mehr von sich selbst und anderen wahr. Wenn jemand beispielsweise seine Traurigkeit immer unterdrückt hat, kann diese durch die Bewusstwerdung in der Therapie zunächst heftig empfunden werden. Das ist aber durchaus beabsichtigt, damit man sich mit Hilfe der Therapie über die eigenen inneren Vorgänge bewusster wird und sie auf dem Hintergrund der eigenen Lebensgeschichte, erlebter Konflikte und der therapeutischen Beziehung BESSER verstehen lernt und sich weiterentwickeln kann.

„Psychotherapie ist ein bewusster und geplanter interaktioneller Prozess zur Beeinflussung von Verhaltensstörungen und Leidenszuständen, die in einem Konsensus (möglichst zwischen Patient, Therapeut und Bezugsgruppe) für behandlungsbedürftig gehaltenn werden, mit psychologischen Mitteln (durch Kommunikation) meist verbal aber auch averbal, in Richtung auf ein definiertes, nach Möglichkeit gemeinsam erarbeitetes Ziel (Symptomminimalisierung und/oder Strukturänderung der Persönlichkeit) mittels lehrbarer Techniken auf der Basis einer Theorie des normalen und pathologischen Verhaltens.”

(Strotzka und Becker, 1978, S. 4)

What is Psychoanalysis?
(direkter Link zu dem Youtube-Video)
“What is Psychoanalysis?” is a 4-part educational film series for students and teachers. Primarily aimed at A-Level Psychology students studying the “psychodynamic approach”, these films are intended to facilitate first encounters with Freud’s thought. In this episode: Is psychoanalysis weird? A talking cure The unconscious The ego is not master in its own house Psychoanalysis and the “cognitive approach”.